Schulgeschichte

Seit dem Jahr 1861 gibt es in Hörzendorf (damals Herzendorf) eine Volksschule. Der Unterricht fand im Messnerhaus  in der Meierstufe statt. Johann Kogler war der erste Lehrer. Ein Schuljahr dauerte von November bis Mitte September.  Herr Pfarrer Moser bestand darauf, dass ein eigenes Schullokal hergerichtet werden muss, denn der Unterricht fand eigentlich in  der Lehrerwohnung statt. So wurde also angebaut und ein eigener Raum für die Kinder geschaffen. Dieser bot Raum für etwa 50 Schüler, war aber von Anfang an zu klein, da an die 80 Schüler die Schule besuchten. Es gab sogar Jahre, in denen die Hälfte der Kinder aus Platzmangel am Vormittag und die andere Hälfte am Nachmittag  unterrichtet wurden.


Der k.k. Bezirkshauptmann  Ritter von Rainer besuchte am 25. 2. 1873 die Schule. Er forderte 2 Tage später den Oberschulrat auf binnen 1414 Tagen mit dem Bau eines neuen Schulgebäudes zu beginnen. Er erteilte den Auftrag ein neues, zweiklassiges Schulhaus zu erbauen. Am bestehenden Haulhaus ließ sich leider nichts anbauen und so suchte man nach einem geeigneten Grundstück. Die einen wollten die Schule neben der Kirche, die anderen im Dorf und ein Teil in der Mitte der Schulgemeinde. Schließlich entschloss der k.k. Bezirksschulrat in St. Veit, das Gebäude auf dem Reihenacker in Arndorf zu errichten. Am 6. Jänner trat der Oberschulrat, bestehend aus Andreas Jäger (Brauer in Radweg), Josef Pflegerl (vulgo Kulterer in Arndorf), Josef Pflegerl (vulgo Steiner in Unterbergen), Franz Stromberger (vulgo Murauner in Muraunberg), Josef Pflegerl (vulgo Kulterer in Arndorf) und Franz Kahlhammer (vulgo Hiesl in Ritzendorf) zusammen und besprachen die Bauausführung).


Am 12. April d. J. wurde bei Schinken, Würsten und Wein der erste  Grundstein in die Baugrube gelegt. Im Jahre 1875 entstand ein Gebäude, welches als schönstes im ganzen Glantal galt.


Am Sonntag, den 31. Oktober 1875, fand die feierliche Eröffnung des neuen Schulhauses in Herzendorf statt. Über die Eröffnung stand in „Blätter Kärntens“ folgender Bericht:


„Sonntag den 31. Oktober 1875 fand die feierliche Eröffnung des neuen Schulhauses in Herzendorf statt, mit welcher ein gemüthliches Schulfest verbunden wurde. Um 12 Uhr Mittags erdröhnten Pöllerschüsse von der Höhe des äußerst nett hergestellten Schulhauses  zum Zeichen, dass trotz des zweifelhaften Wetters das projektierte Schulfest stattfinden wird. Bald darauf versammelten sich die Schulkinder bei dem alten Schulgebäude und mit ihnen fast die ganze Bewohnerschaft der größten Schulgemeinde, sowie zahlreiche Gäste aus der Nähe und Ferne. Äußerst rührend war der Abschied, den die Jugend in ihrer kindlichen Weise von der ihr liebgewordenen Stätte nahm, als es hieß, der Zug werde sich nun in der Richtung gegen die neue Schule in Bewegung setzen. Diesen eröffnete eine Musik-Kapelle, ihr folgten die Schuljugend mit zahlreichen Fähnchen, sodann das Schul-Kometè mit seinem verdienstvollen Obmann, hierauf die übrigen Festteilnehmer. Der Zug ging durch die Ortschaft Herzendorf der Höhe des neuen Schulhauses zu, vor welcher der Herr Bezirkshauptmann von St. Veit, Hubert Ritter vulgo Rainer, die Ankunft desselben erwartete. Hier wurde die Volks-Hymne abgesungen, sodann hielt Herr Andres Jäger von Radweg, Obmann des Ortsschulrathes, die Eröffnungsrede, welche mit einem dreimaligen Hoch! auf den Kaiser schloss, in welches die Versammlung begeistert einstimmte. Ferner sprachen noch gediegene, zum Herzen dringende Worte die Herrn Reichsraths-Ab. Holzer, Bez. Hauptmann Rainer und Pfarrprovisor Thalhammer.


Die Kinder wurden dann mit Bier, Würsten und Brot traktiert und begannen dann unter der Leitung des wackeren Lehrers Mernig ihre munteren Spiele, die bis zum Einbruch der Dunkelheit dauerten. Die „Alten“ unterhielten sich ebenfalls sehr gut und trennten sich, wohl etwas später, aber in größter Zufriedenheit darüber, dass das Schulfest gelungen ausgefallen war.
Wir erfüllen nur unsere Pflicht, wenn wir allen, die sich um das Zustandekommen und die Durchführung dieses Festes verdient gemacht haben, hiermit öffentlich unseren wärmsten Dank aussprechen.“ (entnommen aus der Schulchronik der Volksschule Hörzendorf)



Auch wenn viele Hörzendorfer unentgeltlich arbeiteten und der Kaiser einen großen Geldbetrag zuschoss, reichte das Geld nicht um den Schulhausbau schuldenfrei zu finanzieren.  Für den Rest musste die Gemeinde einen Kredit aufnehmen. Es war aber auch immer wieder notwendig Geld von reichen Gemeindebürgern - wie etwa Josef Preitensteiner aus Unterbergen, Franz Wahrheit, Holzer zu Holz, Graf Karl Fugger-Babenhausen, Besitzer des Tanzenberger Gutes -  aufzutreiben um Schuhe, Kleider und Bücher für die Kinder anzukaufen.


Im Jahre 1880 besuchten 102 Kinder die Schule, so viele wie nie zuvor.
In der Nacht von 10. auf 11. März fielen 4 cm gelblich-brauner Schnee. Eine Untersuchung ergab, dass die Färbung durch Wüstensand aus Nordafrika entstand. In der Schule wurde ausgerechnet, wie viele kg Sand es waren, nämlich 98 000 kg.


Am 28. Juni traf die Schreckensmeldung über die Ermordung des Thronfolgers Ferdinand ein. Alle Pferde mussten beim Militär abgegeben werden. Die Schule wurde schon am 10. August geschlossen, damit die Kinder auf dem Feld arbeiten konnten, waren die Männer doch alle im Krieg. Es begann eine traurige Zeit. Alles wurde sehr teuer, Brot und Getreide waren nur mehr gegen Karte erhältlich. Eine Hungersnot machte sich breit. Der Krieg weitete sich zum 1. Weltkrieg aus. Die Winter waren härter als je zuvor. Viele Flüchtlinge aus Italien kamen in den Ort. Als der Kaiser im Jahr 1916 starb, wurde die Not groß und größer. Der Schulbetrieb wurde wieder aufgenommen. Zum Heizen musste das Holz mühsam vom Ulrichsberg  herbeigeschafft werden.


Irgendwie schafften es die Bewohner Geld für die Schulhausrenovierung aufzubringen. Besonders dir reiche Familie Pulverer-Mayer zeigte sich stets wohltätig der Schule gegenüber. So brannte am 28. Jänner 1924 das erste Mal das elektrische Licht im Schulhaus. Die Einleitung des Stromes kostete 7 Millionen Kronen.


Im Jahre 1933 war die Not schon unerträglich groß. Schüler brachten Äpfel mit, die dann an die armen Kinder in anderen Gemeinden verteilt wurden. Im Juni schlug der Blitz ein und richtete großen Schaden an.


Trotz der großen Not unternahmen die Kinder jedes Jahr einen Schulausflug in die nähere Umgebung. Oft wurden die todmüden Kinder mit dem Leiterwagen abgeholt. Es gab auf solchen Wandertagen auch immer eine großzügige Rast mit Jause. Dafür wurde im ganzen Ort gesammelt und jeder, der etwas hatte, gab gerne. Für die Kinder war das jedes Mal ein Festtag.


1938 brach der 2. Weltkrieg aus. Es gab in diesem Jahr den ersten Schulfilm „Tierpflege im Zoo“. Zu diesem Zweck konnte sich die Schule einen Filmprojektor ausborgen. In diesem Jahr bekam die Schule 500 Reichsmark zum Ankauf von Bällen, einem Maßband, einer Stoppuhr und Wandbildern. Die Schulkinder waren aufgefordert Heilkräuter zu sammeln, die den Soldaten zur Gesunderhaltung dienen sollten. Lehrer Mack unterstützte diese Sammelaktion. So zählte das Sammeln als Fleißarbeit. 1 Graskorb voll wog 80 dag, 26 kg waren vorgeschrieben, die Hörzendorfer Kinder sammelten 68 kg und lagen somit an der Spitze.


Nach Ende des Krieges wurden Bücher und Bilder ausrangiert, da sich nicht mehr in die Zeit passten. Auch  die Landkarten waren veraltet, wurden die Grenzen doch neu geschrieben. Die Schule war nur mehr einklassig und sehr arm. Am Ende des Schuljahres bekamen die Kinder kein Zeugnis, da es kein Geld für Formulare gab.


I Jahr 1945 wurden die Spülaborte  im Schulhaus eingebaut, eine Sensation für eine Landschule. Ansonsten gab es nichts, nicht einmal Kreide, auch Bleistift und Papier waren Mangelware. Dafür wurde aber sehr viel Sport betrieben. Herr Veit in Baardorf hat seine Weide auf Lusorz als Spotplatz zur Verfügung gestellt.


Im Jahr 1948 bekamen die Kinder Geschenkpakete vom JRK aus Amerika. Was war das für eine Freude! Da es kaum Arbeitskräfte gab, mussten die Kinder bei der Ernte helfen. Es gab nur halbtags Unterricht. Das Schulhaus und die Umgebung machten einen sehr verwahrlosten Eindruck.
Im Jahr 1951 sprachen Bürgermeister Puck und Herr Inzinger bei der Landesregierung vor, weil das Schulhaus in einem Jämmerlichen Zustand war und dringend renoviert werden musste. In diesem Jahr wurde eine landwirtschaftliche Berufsschule für Buben an der hiesigen Schule eröffnet. Die Mädchen bekamen eine in Projern. Im Sommer begannen die Umbauarbeiten, Dachstuhl ausbessern, neues Dach, neues WC im 1. Stock, teilweise neue Decken und Böden, neue Lichtleitungen, neues Stiegenhaus und eine erneuerte Lehrerwohnung.


Im Schuljahr 1956/57 gab es erstmals eine Schülerausspeisung zum Preis von 2 Schillingen pro Woche. Frau Direktor persönlich kochte. Die Lebensmittel kamen großteils vom Land Kärnten.  Damit verbesserte sich der Gesundheitszustand der Kinder zusehends.


An 22. Jänner 1963 fand der 1. Schischultag statt. Neben diesem erfreulichen Ereignis gab es auch traurige Zustände. so war das Schulhaus schon so desolat, dass die Einstellung des Unterrichtes bevorstand. In den Ferien wurde es dann notdürftig renoviert und gleichzeitig auch die Straße am Muraunberg asphaltiert.


Im Schuljahr 1965/66 veranstaltete die Schule einen Jugendschitag auf der Kummerleitn am Muraunberg.


Ein Jahr später eröffnete eine Omnibuslinie nach St. Veit. Nun mussten die Hauptschüler den weiten Weg nach St. Veit nicht mehr zu Fuß zurücklegen. In der Zwischenzeit war ein Neubau des Schulhauses geplant, und zwar in der Nähe des Gemeindeamtes. Voraussetzung dafür war die Auflassung der Schule in Projern und die Rückführung der Schüler aus dem Schulsprengel Pörtschach am Berg. Außerdem hätte man ein teures Grundstück ankaufen müssen. Aus diesem Projekt ist nichts geworden.


Im Schuljahr 1968 gab es das letzte Mal eine Oberstufe. Maria Saal erhält eine neue Schule. Die Schule in Pörtschach am Berg wird aufgelassen und die Kinder nach Maria Saal gebracht. Der Schulbus wird eingeführt.


Ende des Jahres 1971 wird Hörzendorf in die Gemeinde St. Veit eingegliedert. Die Schulsprengel Hörzendorf und Projern werden zusammengezogen. 1981 wird die Projerner Volksschule geschlossen.


Im Schuljahr 1975 feierte die Schule ihr 100-jähriges Jubiläum Damals saßen 86 Schüler in einer Klasse. In diesem Schuljahr gab es das erste Mal Semesterferien und Gratisschulbücher.


Seit 1986 ist die Volksschule Hörzendorf vierklassig.
Im heurigen Schuljahr 2012/13 besuchen 76 Schüler die Schule, eine Tatsache auf die wir sehr stolz sind, wo doch allerorts sinkende Schülerzahlen zu verzeichnen sind.